Oberpfälzer Sozialdemokraten in Domazlice

Veröffentlicht am 02.06.2009 in Europa
 

Die bayerischen und tschechischen Sozialdemokraten in Domazlice.

Das war eine echte politische Premiere: Erstmals gab es mit dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Franz Maget, und dem Vorsitzenden der tschechischen CSSD, Jiri Paroubek, in Domazlice – unweit der bayerisch-tschechischen Grenze bei Furth im Wald – eine gemeinsame Kundgebung von zwei Sozialdemokraten aus Bayern und Tschechien. Mit dabei die beiden oberpfälzer SPD-Landtagsabgeordneten Franz Schindler und Reinhold Strobl. Anlass war der 5. Jahrestag des Beitritts der Tschechischen Republik zur EU.

„Das ist ein guter Beginn für eine noch bessere Zusammenarbeit in guter Nachbarschaft“, stellte der SPD-Landtagsfraktionschef fest. „Allein die Tatsache, dass so eine gemeinsame Veranstaltung stattfindet und möglich ist, zeigt, welche positiven Veränderung es in Europa und auch zwischen Bayern und Tschechien in den letzten Jahren gegeben hat“ betonen Strobl und Schindler. Sie erinnern an Willy Brandt, „der mit seiner Friedens- und Ostpolitik in den 60er und 70er Jahren den Weg für diese friedliche Nachbarschaft in Europa bereitet hat.“

Angesichts positiver Umfragen für die CSSD und die Europafreundlichkeit der Tschechen sah Maget bei dem Gespräch mit dem Vorsitzenden der CSSD in seiner Zuversicht bestätigt: „Wenn Seehofer noch bis zum Herbst oder bis zum Jahr 2010 mit seinem ersten Besuch in Prag wartet, wird er dort von einem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Paroubek begrüßt.“ Maget überreichte ihm einen bayerischen Löwen, „da er wie ein Löwe für sein Ziel kämpft, Regierungschef in Tschechien zu werden“. MdL Christa Naaß, SPD-Vertriebenensprecherin, betonte, dass die CSSD die europafreundlichste Partei der Tschechischen Republik ist, die sich um Versöhnung bemüht – ganz im Gegensatz zu den national orientierten tschechischen Konservativen.“

Auch sei der Vorsitzende der CSSD und wahrscheinliche nächste Ministerpräsident in Prag, Jiri Paroubek, der einzige Politiker von Rang in Tschechien, der die Vertreibung offiziell bedauert hat und sich bei den Vertriebenen dafür entschuldigt hat. Naaß: „Dafür hat Paroubek bereits im Oktober 2007 zurecht bei der Bundesversammlung der Seliger-Gemeinde, der Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten, den „Wenzel-Jaksch-Preis“, die höchste Auszeichnung der sozialdemokratischen Vertriebenen, erhalten. Reinhold Strobl hofft schließlich darauf, dass Ministerpräsident Seehofer jetzt endlich den Weg zu einem Besuch in Prag schafft. Dieser sei seit 20 Jahren überfällig. Es werde Zeit, dass sich dort einmal ein bayerischer Ministerpräsident sehen lässt.

 

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