Happy Birthday, CSU!

2005 hat die CSU ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. Dr. Rudolf Schöfberger, Landesvorsitzender der bayerischen SPD von 1985 bis 1991, hat aus diesem Anlass einen Leserbrief für die "Süddeutsche Zeitung" verfasst. Der Brief ist mittlerweile legendär. Der Brief im Wortlaut: "Wie es sich zum 60. Geburtstag einer erfolgeichen bayerischen Partei gehört, hat die SZ die CSU über eine ganze Seite gewürdigt und von zwei ihrer Anhänger würdigen lassen. Auch einige Widersacher durften randständig ein paar kritische Geburtstagsgrüße beisteuern. Zwei Fragen, die jedem bayerischen Patrioten auf der Zunge liegen, sind jedoch unbeantwortet geblieben: Warum mussten die bayerischen Konservativen 1945 überhaupt eine neue Partei gründen und was hat die CSU in ihren 60 Jahren bundespolitisch neben vielem Guten sonst noch angestellt? Gestatten Sie mir deshalb den Versuch zweier Antworten: Vorläuferpartei der CSU war von 1919 bis 1933 die Bayerische Volkspartei (BVP), seit 1924 mit Ministerpräsident Held. Sie sorgte für die vorzeitige Entlassung Hitlers aus der Festungshaft wies den Braunauer Hochverräter nicht nach Österreich aus erlaubte ihm die Reorganisation seiner NSDAP und ließ den reichsweit verbotenen(!) Völkischen Beobachter in Bayern wieder zu. Dann stimmte die BVP nicht - wie die SPD - für den katholischen Zentrumspolitiker Marx sondern für Hindenburg als Reichspräsidenten - und damit für den Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Als es 1933 so weit war, sprach sich der BVP-Vorsitzende Fritz Schäffer (nach 1945 Bundesfinanzminister) gegenüber Reichspräsident Hindenburg sogar für die Wahl Hitlers zum Reichskanzler aus und bot eine Koalition mit dem Braunauer an. Dann stimmte die BVP am 23.3.1933 im Reichstag dem Ermächtigungsgesetz Hitlers zu und am 28.4.1933 im Bayerischen Landtag der Abschaffung des Freistaates Bayern. Schließlich stellte die BVP im ersten Nazi-Kabinett Bayerns mit Quadt Freiherr von Isny und Wyckradt den Wirtschaftsminister. Schwarz-braun war die Haselnuss! Ehrenhalber füge ich hinzu: Im Juni 1933 haben dann die Nazis neben allen anderen Parteien auch die durchaus bereitwillige BVP verboten und BVP-Politiker wie Alois Hundhammer ins KZ gesteckt. Fritz Schäffer wollte die BVP 1945 gern wieder gründen (laut Mittelbayerische Zeitung vom 2.2.1946), aber die Abkoppelung der bayerischen Konservativen von ihrer eigenen Geschichte war unvermeidlich, denn wer mit den Nazis den Freistaat Bayern abgeschafft hat, konnte doch nicht weitermachen, als ob nichts gewesen wäre. So legten sich die bayerischen Konservativen wie nach jeder historischen Katastrophe mit „CSU“ einen neuen Namen zu. Nach
  • Patriotenpartei
  • Christliche Volkspartei
  • Zentrum
  • Bayerische Volkspartei
war das ihr fünftes Namensschild. Das war übrigens sehr geschickt. „Christlich“ erschloss ein breites natürliches Wählerpotential, „sozial“ war ehrlich gemeint, sollte nebenbei aber auch den Sozialdemokraten das Wasser abgraben und „Union“ vermied das von den Nazis diskreditierte Wort „Partei“. Die Namenswahl war das Erfolgsrezept Nr. 1. An diese historischen Wahrheiten sollte am 60. Geburtstag einer erfolgreichen Partei erinnert werden und zwar ohne jeden Schuldvorwurf an die heutigen Mitglieder und Politiker der CSU und ohne Missachtung der beachtenswerten Beiträge der CSU zum Wiederaufbau, zur freiheitlichen Demokratie und zum Wohlstand in Bayern, Deutschland und Europa. Zur zweiten Frage: In den 60 Jahren ihrer Geschichte lag die CSU zuweilen auch furchtbar daneben, wobei eine kurze Aufzählung genügen muss:
  • Die CSU stimmte 1949 im Bayerischen Landtag mit 101 zu 3 Stimmen bei sieben Enthaltungen gegen das Grundgesetz.
  • Maßgebende CSU-Politiker waren für Bamberg als Bundeshauptstadt
  • Später verlangte F. J. S. die atomare Ausrüstung der Bundeswehr
  • Folgerichtig bekämpfte die CSU den Atomwaffensperrvertrag
  • Dann stritt die CSU energisch gegen den Grundlagenvertrag
  • die Ostverträge
  • den UNO-Beitritt der Bundesrepublik
  • gegen die gesamte Ostpolitik der sozial-liberalen Koalition.
  • Schließlich widersetzte sich die CSU - wohlgemerkt entgegen allen europäischen Staaten außer Albanien und dem Vatikanstaat - der KSZE - Schlussakte von Helsinki, also dem Anfang vom Ende des Weltkommunismus und der Sowjetunion.
Auch die jüngere Geschichte verzeichnet dramatische Fehlentscheidungen der CSU:
  • Beim Irak-Krieg wollte die CSU gegen die Mahnung des Papstes und mit wohltuender Ausnahme eines ihrer Bundestagsabgeordneten lieber mitmachen als fernbleiben.
  • Im Europaparlament stimmte die CSU gegen die Aufnahme Tschechiens, weil ihr die nachträgliche Bewältigung der Benesch-Dekrete von 1945 wichtiger war als ein einiges Europa.
  • Drei von vier Münchner CSU-Bundestagsabgeordneten stimmten im Bundestag gegen die Europäische Verfassung und einer von ihnen bemüht derzeit das Bundesverfassungsgericht gegen diese Verfassung.
Viele Bayern können das alles gar nicht glauben. Denn die Geschichte der BVP - aber auch die oben erwähnten „Großtaten“ der CSU stehen in keinem bayerischen Geschichtsbuch oder Lehrplan. Ist das ein Wunder? Wer seit 48 Jahren ununterbrochen regiert, verfügt auch über einen entsprechenden Radiergummi. Umso mehr sind bayerische Patrioten bei der Wahrheitsverbreitung auf ein kritisches Medium wie die SZ angewiesen. Damit alle Geburtstagsgrüße und -glückwünsche, denen ich mich anschließe, nicht scheinheilig sondern eine „runde“ Sache sind. Dr. Rudolf Schöfberger München 4.12.2005
 

Themenabend 2018

Thema " Rente"

09.04.2018 

Beginn: 19.00 Uhr

Landgasthof Dotzler

Mitglied werden bei der SPD

#SPDerneuern Landesvorsitzende Natascha Kohnen BayernSPD Landtagsfraktion Link zur BayernSPD - Landesverband der SPD

 

https://mitgliedwerden.spd.de/eintr…

Ansprechperson:

Vorsitzender Andreas Koch

Mobil 01708357912

WebsoziInfo-News

13.02.2018 18:41 Schulz tritt zurück – Scholz übernimmt kommissarisch den Parteivorsitz – Nahles als Vorsitzende vorgeschlagen
Bericht dazu auf tagesschau.de – http://www.tagesschau.de/inland/spd-parteivorsitz-101.html

13.02.2018 18:15 Frank Schwabe zum Koalitionsvertrag/Menschenrechtspolitik
Frank Schwabe, Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe: Im vorliegenden Koalitionsvertrag konnte die SPD wichtige Fortschritte im Bereich der Menschenrechte durchsetzen. Insbesondere im Bereich der sozialen und kulturellen Rechte finden sich wichtige Vorhaben. „Zum ersten Mal konnte sich die SPD mit CDU und CSU darauf verständigen, menschenrechtliche Vorgaben entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten für deutsche

09.02.2018 13:32 Schulz verzichtet auf Ministerposten
Erklärung des SPD-Parteivorsitzenden Martin Schulz: „Der von mir gemeinsam mit der SPD-Parteispitze ausverhandelte Koalitionsvertrag sticht dadurch hervor, dass er in sehr vielen Bereichen das Leben der Menschen verbessern kann. Ich habe immer betont, dass – sollten wir in eine Koalition eintreten – wir das nur tun, wenn unsere sozialdemokratischen Forderungen nach Verbesserungen bei Bildung, Pflege,

07.02.2018 14:25 Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD „Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land“ Der Koalitionsvertrag als pdf (3 MB)

04.02.2018 17:02 Bundestagsfraktion: Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitsgruppen gewählt
Auch Kandidatinnen und Kandidaten für Ausschussvorsitze bestimmt Die SPD-Fraktion hat am Dienstag in ihrer Fraktionssitzung Sprecherinnen und Sprecher für 23 Ausschussarbeitsgruppen (Obleute) und fünf Kandidatinnen und Kandidaten für die Ausschussvorsitze gewählt. Alle weiteren Informationen auf spdfraktion.de

Ein Service von info.websozis.de

Wer-ist-Online?

Besucher:447718
Heute:72
Online:1